Bringen wir Licht ins Steuerdunkel!

Manche Fragen werden uns in unserem Kanzleialltag besonders häufig gestellt.
Hier finden Sie auf einen Blick praktische Antworten auf unsere Klassiker.*
Falls Sie mehr wissen möchten oder individuelle Fragen haben, wenden Sie sich
natürlich gerne jederzeit persönlich an uns.

Internationales Steuerrecht

1. Wann bin ich in Deutschland steuerpflichtig?

Sie sind in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig, wenn Sie Ihren Wohnsitz (§ 8 AO) oder Ihren gewöhnlichen Aufenthalt (§9 AO) in Deutschland haben.
Sofern Sie keinen Wohnsitz in Deutschland haben, können Sie der beschränkten Steuerpflicht unterliegen, sofern Sie inländische – d.h. deutsche – Einkünfte i.S.d. § 49 EStG erzielen.
Des Weiteren kann eine Steuerpflicht auch aufgrund von Spezialnormen (z. B. Außensteuergesetz) greifen.

2. Was ist ein steuerlicher Wohnsitz?

Einen steuerlichen Wohnsitz hat jemand dort, „wo er eine Wohnung unter Umständen innehat, die darauf schließen lassen, dass er die Wohnung beibehalten und nutzen wird.“

Hierfür reicht eine schlichte Bewohnbarkeit mit Wasser- und Stromversorgung aus. Des Weiteren müssen Sie die Schlüsselgewalt über die Wohnung haben. Hierfür kann auch ein dauerhaft zur Verfügung gestelltes Zimmer bei Freunden oder eine während der Entsendung nur sporadisch genutzte Wohnung gelten.

Regelmäßig nicht als Wohnsitz gilt hingegen ein Hotelzimmer. Auch wenn die Wohnung während der Entsendung vermietet wird, stellt diese keinen Wohnsitz mehr dar, da sie ja zur eigenen Nutzung nicht mehr zur Verfügung steht.

In der Praxis sind die Fälle häufig unklar, so dass der jeweilige Sachverhalt genau geprüft werden muss.

3. Was ist ein gewöhnlicher Aufenthalt im Steuerrecht?

„Den gewöhnlichen Aufenthalt hat jemand dort, wo er sich unter Umständen aufhält, die erkennen lassen, dass er an diesem Ort oder in diesem Gebiet nicht vorübergehend verweilt. Als gewöhnlicher Aufenthalt ist stets von Beginn an ein zeitlich zusammenhängender Aufenthalt von mehr als sechs Monaten Dauer anzusehen; kurzfristige Unterbrechungen bleiben unberücksichtigt.“
Die zeitliche Grenze von sechs Monaten gilt nicht, wenn man sich maximal ein Jahr für einen privaten Besuch, zur Erholung oder zu einer Kur in Deutschland aufhält.

4. Was passiert, wenn ich meinen Wohnsitz aufgebe?

Sofern Sie weder einen Wohnsitz noch einen gewöhnlichen Aufenthalt mehr in Deutschland haben, Sie jedoch inländische Einkünfte (z. B. aus Vermietung) erzielen, unterliegen Sie zukünftig der beschränkten Steuerpflicht.

Sofern auch dies nicht vorliegt, sind Sie grundsätzlich nicht mehr in Deutschland steuerpflichtig. Allerdings kann in manchen Konstellationen dennoch eine Steuerpflicht entstehen (z. B. aufgrund des Außensteuergesetzes), sodass stets eine Abklärung durch einen Experten notwendig ist.

Des Weiteren sind einige steuerliche Begünstigungen, wie z. B. das Kindergeld, an die unbeschränkte Steuerpflicht geknüpft. Diese entfallen bei Aufgabe entsprechend.

5. Ich habe mich in Deutschland abgemeldet. Habe ich damit auch meinen steuerlichen Wohnsitz aufgegeben?

Nein. Das bloße Abmelden eines Wohnsitzes im Melderecht führt nicht dazu, dass steuerlich kein Wohnsitz mehr unterstellt wird (vgl. steuerlicher Wohnsitz).

6. Bekomme ich im Ausland Kindergeld?

Die Kindergeldberechtigung ist grundsätzlich an die unbeschränkte Steuerpflicht gebunden. Sofern Sie also Ihren Wohnsitz beibehalten, sind Sie weiterhin kindergeldberechtigt. Bei Aufgabe des Wohnsitzes entfällt die Kindergeldberechtigung, sofern Sie nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind.

Bitte beachten Sie aber, dass Sie auf jeden Fall Ihre zuständige Familienkasse über die Wohnsitzverlegung ins Ausland informieren.

7. Muss ich als Ausländer in Deutschland Kirchensteuer bezahlen?

Sofern Sie einer steuerberechtigten Religionsgemeinschaft angehören, müssen Sie Kirchensteuern bezahlen.

Sind Sie evangelisch, besteht eine Kirchensteuerpflicht nur, wenn Sie die Mitgliedschaft in einer evangelischen Kirche in Deutschland erklären.

Sind Sie hingegen römisch-katholisch getauft, sind Sie in Deutschland kirchensteuerpflichtig, da es sich bei der römisch-katholischen Kirche um eine globale Universalkirche handelt. Hierfür ist es unerheblich, ob Sie die Mitgliedschaft in Deutschland erklären oder ob die römisch-katholische Kirche in Ihrem Heimatland Kirchensteuern erhoben hat.

8. Registrierung als Steuerausländer bei Ihrer Bank

Wenn Sie in Deutschland nicht mehr unbeschränkt steuerpflichtig sind, gelten Sie als Steuerausländer. Dies sollten Sie Ihrer Bank mitteilen, da somit in vielen Fällen auf einen Kapitalertragsteuerabzug auf Ihre Kapitaleinkünfte vermieden werden kann.

9. Welche Bedeutung hat der Lebensmittelpunkt bei Doppelbesteuerungsabkommen?

Doppelbesteuerungsabkommen regeln die Besteuerungszuweisung zwischen zwei Staaten. Hierbei wird von einem Ansässigkeitsstaat und einem Tätigkeitsstaat ausgegangen.

Ansässigkeitsstaat ist der Staat, in dem Sie über einen Wohnsitz verfügen. Verfügen Sie jedoch über einen Wohnsitz in beiden Staaten, gilt der Staat als Ansässigkeitsstaat, in dem sich Ihr Lebensmittelpunkt befindet. Hierbei werden die gegenwärtigen und zukünftig angedachten wirtschaftlichen und persönlichen Kriterien bewertet, wobei eine stärkere Gewichtung auf letzteren liegt.

10. Ich bin ins Ausland entsandt. Bin ich trotzdem weiterhin in Deutschland steuerpflichtig?

Das kommt drauf an. Sofern Sie weiterhin über einen Wohnsitz oder einen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland verfügen, unterliegen Sie weiterhin der unbeschränkten Steuerpflicht. Sofern Sie weder einen Wohnsitz noch einen gewöhnlichen Aufenthalt mehr in Deutschland haben, Sie jedoch inländische Einkünfte (z. B. aus Vermietung) erzielen, unterliegen Sie zukünftig der beschränkten Steuerpflicht.

Sofern auch dies nicht vorliegt, sind Sie grundsätzlich nicht mehr in Deutschland steuerpflichtig. Allerdings kann in manchen Konstellationen dennoch eine Steuerpflicht entstehen (z. B. aufgrund des Außensteuergesetzes), sodass stets eine Abklärung durch einen Experten notwendig ist.

11. Wo versteuere ich bei einer Entsendung mein Gehalt?

Grundsätzlich hat der Tätigkeitsstaat das Besteuerungsrecht. Dies gilt jedoch nicht, sofern

  • die 183-Tage-Grenze nicht überschritten ist,
  • der Arbeitslohn nicht von oder für einen Arbeitgeber gezahlt wird, der im Tätigkeitsstaat ansässig ist und
  • der Arbeitslohn nicht von einer Betriebsstätte getragen wird, die der Arbeitgeber im Tätigkeitsstaat unterhält.

Die Beurteilung der 183-Tage-Grenze ist von DBA zu DBA individuell und kann entweder auf das Steuerjahr, das Kalenderjahr oder einen 12-Monatszeitraum bezogen sein.

Sind diese Bedingungen kumulativ erfüllt, fällt das Besteuerungsrecht zurück auf den Ansässigkeitsstaat.

Auch hier gibt es in vielen DBA Besonderheiten wie z. B. für Grenzgänger, Aufsichtsräte, leitende Angestellte oder auch bei generellen Rückfallklauseln.

Bei der Zählweise der Tage müssen Sie darauf achten, dass die tatsächlich im jeweiligen Staat verbrachten Tage gezählt werden. Waren Sie z. B. vom 01. März bis 31. August (184 Tage) in Frankreich, überschreiten Sie die 183 Tage. Ein etwaiger zwischenzeitlicher Urlaub in einem anderen Land ist hiervon jedoch abzuziehen!

12. Ich war weniger als 183 Tage im jeweiligen Land. Versteuere ich weiterhin in Deutschland?

Nein. Wie hier dargestellt, ist die 183-Tage-Grenze nur eine von drei Bedingungen, die erfüllt sein müssen.

13. Ich war länger als 182 Tage im jeweiligen Land. Versteuere ich im Ausland?

Sofern keine Ausnahmeregelung greift, grundsätzlich ja.

14. Was bedeutet Progressionsvorbehalt?

Progressionsvorbehalt bedeutet, dass bestimmte Einkünfte zwar steuerfrei sind, diese jedoch in die Ermittlung Ihres individuellen Steuersatzes einbezogen werden. Sie erhöhen also Ihren Steuersatz, der letztlich auf die in Deutschland steuerpflichtigen Einkünfte angewandt wird.

15. Was ist der Auslandstätigkeitserlass?

Der Auslandstätigkeitserlass (ATE) gewährt unbeschränkt steuerpflichtigen Arbeitnehmern, die für ihren inländischen Arbeitgeber vorübergehend für mindestens drei Monate in einem ausländischen Staat tätig sind, mit dem kein Doppelbesteuerungsabkommen besteht, die Steuerfreiheit des Arbeitslohns.

Begünstigt sind nur Tätigkeiten, die im Zusammenhang mit der Aufstellung oder Instandhaltung von Wirtschaftsgütern, dem Aufsuchen oder der Gewinnung von Bodenschätzen, der Entwicklungshilfe oder der Beratung in den zuvor genannten Bereichen stehen.

Vermögens- und Nachfolgeplanung

1. FORMALIEN

a. Muss ich meine Erbschaft/Schenkung dem Finanzamt anzeigen.

Auch wenn die Freibeträge bei einer Schenkung bzw. Erbschaft nicht überschritten werden, muss jeder Erwerb innerhalb einer Frist von drei Monaten nach Kenntnis über den Vermögensanfall dem zuständigen Finanzamt angezeigt werden. Bei einer Schenkung gilt dies sowohl für den Schenker als auch für den Beschenkten.

Die Anzeigepflicht besteht jedoch nicht, wenn der Erwerb auf einer von einem deutschen Nachlassgericht oder einem deutschen Notar eröffneten Verfügung von Todes wegen beruht, da das Finanzamt in diesem Fall durch diese Stellen informiert wird.

b. Muss ich eine Erbschaftsteuererklärung abgeben? / Muss ich eine Schenkungsteuererklärung abgeben?

Zunächst sind Sie nur verpflichtet, die Schenkung / das Erbe dem Finanzamt gegenüber anzuzeigen . Eine Pflicht zur Abgabe der Erbschaftsteuer- oder SchenkungsteuererklärungSchenkungssteuererklärung besteht hingegen erst nach Anforderung durch das Finanzamt.

Allerdings kann z. B. aufgrund des Wohnsitzes, der Staatsangehörigkeit oder ausländischen Vermögens (z. B. Beteiligung an geschlossenem ausländischem Fond), auch eine Steuerpflicht im Ausland entstehen. Insbesondere die USA haben sehr strikte Fristen die mit hohen Bußgeldern bewehrt sind.

c. Wie erfährt das Finanzamt, dass ich geerbt habe?

Viele Behörden und Institutionen wie Banken, Standesämter, Gerichte und Notare sind verpflichtet, dem Erbschaftssteuerfinanzamt eine entsprechende Meldung zu machen. Außerdem kann das Erbschaftssteuerfinanzamt selbst Informationen einholen.

d. Welches Finanzamt ist für Erbschaftssteuer zuständig

Viele örtlich zuständige Finanzämter haben ihre fachliche Zuständigkeit für die Erbschaft- und Schenkungsteuer abgegeben. So ist für Frankfurt am Main das Finanzamt Fulda zuständig. Die Zuständigkeiten für Hessen können unter nachfolgendem Link abgerufen werden:

https://service.hessen.de/html/Ansprechpartnersuche-7652.htm

2. BERECHNUNG DER ERBSCHAFT-/SCHENKUNGSTEUER

a. Welche Steuerklassen gelten für die Besteuerung von Erbschaften und Schenkungen?

Je nach dem persönlichen Verhältnis des Erwerbers zum Erblasser beziehungsweise Schenker wird zwischen drei Steuerklassen unterschieden:

Steuerklasse I:    Ehegatte, der eingetragene Lebenspartner, Kinder und Stiefkinder sowie die Abkömmlinge dieser Kinder und Stiefkinder, Eltern und Voreltern bei Erwerben von Todes wegen;

Steuerklasse II:   Eltern und Voreltern bei Schenkungen, Geschwister und Geschwisterkinder, Stiefeltern und Schwiegereltern, Schwiegerkinder, geschiedene Ehegatten;

Steuerklasse III:  alle übrigen Erwerber.

b. Wie hoch sind die Steuersätze bei der Erbschaft- und Schenkungsteuer?

Die Steuersätze sind abhängig von den Steuerklassen und betragen bei der Steuerklasse I zwischen 7 % und 30%, bei der Steuerklasse II zwischen 15% und 43% und bei der Steuerklasse III zwischen 30% und 50%.

https://www.gesetze-im-internet.de/erbstg_1974/__19.html

c. Wie hoch sind die Freibeträge bei der Erbschaft- und Schenkungsteuer?

Ehegatten und Lebenspartner haben einen Freibetrag von 500.000 € und Kinder von 400.000 €.

Des Weiteren gibt es zahlreiche sachliche Steuerbefreiungen wie z. B. für Hausrat, andere bewegliche Gegenstände (z. B. PKW) oder das Familienheim.

Die Freibeträge für weitere Erbwerber können unter nachfolgendem Link abgerufen werden:

https://www.gesetze-im-internet.de/erbstg_1974/__16.html

d. Sind bei der Berechnung der Erbschaftsteuer oder Schenkungsteuer auch frühere Schenkungen zu berücksichtigen?

Bei der Berechnung der aktuellen Steuer, egal ob Erbschaft- oder Schenkungsteuer, sind sämtliche Vorschenkungen, die Sie von der gleichen Person in den letzten zehn Jahren erhalten haben, einzubeziehen.

e. Kann ich die Erbfallkosten in der Erbschaftsteuererklärung absetzen?

Ja, die Erbfallkosten wie z. B. Beerdigungskosten, Gerichtskosten, Steuerberatungskosten, Gutachtenkosten können als Nachlassverbindlichkeit in der Erbschaftsteuererklärung abgezogen werden. Da das Gesetz für Erbfallkosten eine Pauschale von 10.300 € vorsieht, müssen Sie die Kosten nur erklären, sofern sie diesen Betrag übersteigen.

3. ERBSCHAFTSTEUERPLANUNG UND NOTFALLMASSNAHMEN

a. Gibt es Möglichkeiten die Erbschaftssteuer zu reduzieren oder gar zu vermeiden?

Ja! Rechtzeitige Planung vorausgesetzt, lässt sich die Steuerbelastung häufig sehr stark minimieren oder in manchen Fällen gar ganz vermeiden. Dies kann über entsprechende Testamentsgestaltungen, optimale Ausnutzung von Steuerbefreiungen, wiederholte Schenkungen über einen längeren Zeitraum oder andere Möglichkeiten erfolgen.

b. Wann sollte mit der Nachfolgeplanung begonnen werden?

Je komplexer und umfangreicher das Vermögen und die Familiensituation ist, desto früher muss mit der Planung begonnen werden. Hierbei kann in jungen Jahren nur eine Notfallsituation geregelt werden, wohingegen mit spätestens Mitte Fünfzig die Planung der Vermögensnachfolge aktiv angegangen und, bei Bedarf, mit ersten Schritten umgesetzt werden sollte.

c. Ich habe Schwarzgeld geerbt - was muss ich tun?

Zum einen sind Sie verpflichtet, die hinterzogenen Einkünfte gegenüber dem Finanzamt nachzuerklären und die hinterzogene Einkommensteuer nachzuzahlen. Zum anderen müssen Sie das Schwarzgeld auch in der Erbschaftsteuererklärung angeben und, sofern der Freibetrag überschritten ist, Erbschaftsteuer darauf zahlen.

Wenn Sie der Nacherklärung nicht nachkommen, machen Sie sich selbst der Steuerhinterziehung schuldig.

d. Kann ich auch nach Eintritt des Erbfalls noch steuerlich optimieren?

Vorausgesetzt Sie handeln schnell und nehmen, z. B. durch entsprechendes Handeln, die Erbschaft noch nicht an, bieten sich auch nach Eintritt des Erbfalls noch häufig Gestaltungsmöglichkeiten.

Insbesondere das beliebte und häufig eingesetzte Berliner Testament kann zu erheblichen Steuernachteilen führen, die jedoch auch nach dem Tod des ersten Ehegatten noch häufig minimiert werden können.

4. ERBSCHAFTSTEUER/SCHENKUNGSTEUER UND AUSLAND

a. Bin ich in Deutschland als Ausländer steuerpflichtig

Sofern der Erblasser oder Erbe, bzw. Schenker oder Beschenkte seinen Wohnsitz  oder gewöhnlichen Aufenthalt  in Deutschland hatten, so unterliegt der gesamte Nachlass der deutschen Erbschaftssteuer. Auf die Staatsangehörigkeit kommt es dabei nicht an.

Aber auch deutsche Staatsangehörige die vor weniger als fünf Jahren ihren deutschen Wohnsitz aufgegeben haben sind unbeschränkt steuerpflichtig.

Wer in Deutschland nicht unbeschränkt steuerpflichtig ist, ist im Hinblick auf sein inländisches Vermögen aber zumeist beschränkt steuerpflichtig.

b. Ich habe Vermögen im Ausland geerbt. Muss ich in beiden Ländern Erbschaftsteuer bezahlen?

Ob eine Besteuerung auch im anderen Staat greift, richtet sich zunächst nach dem nationalen Recht des jeweils anderen Staates. Ist dies der Fall, stellt sich die Frage, wie eine Doppelbesteuerung vermieden werden kann. Anders als bei den Ertragssteuern hat Deutschland nur mit wenigen Staaten Doppelbesteuerungsabkommen auf dem Gebiet des Erbschaft- und Schenkungsteuerrechts abgeschlossen. Daher besteht die Gefahr einer Doppelbesteuerung.

Sofern kein DBA besteht, kann in vielen Fällen die ausländische Steuer auf die deutsche Steuer angerechnet werden. Dies ist allerdings nicht immer und vor allem nicht immer im vollen Umfang möglich!

c. Mit welchen Ländern hat Deutschland Doppelbesteuerungsabkommen für die Erbschaft- und Schenkungsteuer?

Anders als bei den Doppelbesteuerungsabkommen zum Einkommen, hat Deutschland nur fünf Doppelbesteuerungsabkommen für Zwecke der Erbschafsteuer. Dies sind Dänemark, Frankreich, Griechenland, Schweiz und die USA. Nur drei davon, nämlich die Abkommen mit Dänemark, Frankreich und die USA, gelten auch für Schenkungen.

Des Weiteren beinhaltet das „normale“ DBA mit Schweden auch Regelungen für die Besteuerung von Erbschaften und Schenkungen.

* Die Sachverhalte und Antworten, die wir hier dargestellt haben, sind aufgrund der hochkomplexen und verschachtelten Materie teilweise stark vereinfacht. An dieser Stelle kann daher nur eine grobe und unverbindliche Erläuterung gegeben werden. Jeder einzelne Sachverhalt ist stets im Detail individuell zu analysieren und zu beurteilen.

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